Programm

Okt
25
Fr
FIDDLERS GREEN
Okt 25 um 19:00

FIDDLER’S GREEN

– LIVE & LOUD –

Wir befinden uns im Jahre 2019 n.Chr. Ganz Musikland ist von gecasteten Superstars sowie beliebiger Austauschware besetzt und darbt unter immer geringer werdenden Verkäufen. Ganz Musikland? Von wegen…

Seit fast dreißig Jahren sind Fiddler’s Green so etwas wie das gallische Dorf unter den einheimischen Rockbands. Ihre Form des Widerstandes gegen die herrschenden musikalischen Konventionen? Als deutsche Band verrockte irische Musik spielen. Anfangs immer mal wieder belächelt, steht das Sextett heute besser da denn je und kann sich zu Recht als eine der erfolgreichsten Bands des Landes bezeichnen.

„Wir bekommen natürlich mit, was um uns herum passiert und es gibt etliche Musiker, die echte Probleme haben. Wir hingegen hatten das Glück immer erfolgreicher zu werden“, sinniert Akkordeonspieler Stefan Klug. Stimmt. Mit Alben wie DEVIL‘S DOZEN oder WINNERS & BOOZERS ging es in diesem Jahrzehnt in die Top Ten, die Hallen werden immer voller und größer und aus dem seit 2009 selbst veranstalteten SHAMROCK CASTLE Festival ist inzwischen ein mehrtägiger Event geworden. „Wir waren immer sehr konsequent und haben unseren Stil nie verleugnet. Wir wollen uns aber nicht wiederholen, sondern unser Spektrum erweitern, verfeinern, ja perfektionieren“.

Ihr neues Album HEYDAY unterstreicht diesen Anspruch geradezu lautstark. Gemeinsam mit Produzent Jörg Umbreit (u.a. In Extremo, Dritte Wahl) haben die Musiker 15 Songs festgehalten, die einerseits typisch nach den Fiddlers, andererseits überraschend frisch klingen und mit teilweise ungewohnter, aber äußerst angenehmer Wucht daher kommen. „Ich finde, HEYDAY klingt insgesamt vielleicht ein bisschen moderner“, erklärt Gitarrist Pat Prziwara. Bei Titeln wie „Farewell“ oder der ersten Single „No Anthem“ hört man ganz klar die bandtypischen irischen Elemente heraus, allerdings ist der klangliche Rahmen aufgefrischt worden. „Es mag sein, dass Jörgs wohltuender Einfluss dahin gewirkt hat, dass sich die neuen Songs etwas anders anfühlen“, sagt Pat und lacht dabei. „Wir kennen uns jetzt schon vier Jahre und inzwischen nehmen weder Jörg noch wir eine Hand vor den Mund, was zu einem wunderbaren unzensierten Austausch führt, der die musikalische Zusammenarbeit bereichert“. Es sind die kleinen Details, die HEYDAY auszeichnen. Wie die sensationellen Chöre, mit denen beispielsweise „Sláinte“ auftrumpfen kann. „Früher haben wir einzeln eingesungen, jetzt stellen wir uns alle um ein Mikro und geben Gas“, meint Sänger Albi. „Das mag hemdsärmelig wirken, klingt aber gut. Diese Hau-Ruck-Mentalität gefällt uns“. Pat hat noch eine andere Erklärung: „Dass wir jetzt alle mitsingen, verleiht dem Ganzen diesen emotionalen Charme. Es geht in solchen Momenten eben viel mehr um das Gefühl und die Euphorie, weniger um den perfekten Ton. Neben diesen Gangshout-Refrains gibt es aber auch Stellen, wo wir die Chöre musikalisch sehr bewusst gesetzt haben. Die Mischung macht es eben aus“.

Ganz genau. Und das gilt auf HEYDAY nicht bloß musikalisch. Die erste Auskopplung „No Anthem“ bezieht sich auf aktuelle gesellschaftspolitische Fragen. „Wer uns persönlich oder als Band kennt, dem reicht eigentlich der gesunde Menschenverstand, um zu erkennen, wo wir stehen“, erklärt Stefan. „Vor zehn Jahren gab es eben noch nicht diesen Mitteilungsbedarf“, merkt Pat an. „Heute kannst du nicht oft genug Stellung beziehen, man darf dessen nicht müde werden und gerade wenn du in der Öffentlichkeit stehst, bist du doch quasi dazu verpflichtet“.

19:00 Einlass, 20:00 Beginn

www.fiddlers.de